Haare 1Haarausfall / Alopezie

Ab wann ist Haarausfall krankhaft?
Werden Sie eine Glatze bekommen?
Wachsen die Haare wieder nach?

Haarausfall ist ein häufiges Problem.
Haarausfall ist nicht nur kosmetisch störend und psychisch belastend, sondern kann ein Wegweiser für eine zugrundeliegende allgemein-medizinische Krankheit sein.
Die Ursachen von Haarausfall, verminderter Haardichte oder Glatzenbildung sind sehr unterschiedlich.

Bei der Abklärung von Haar- und Kopfhautproblemen gehe ich in folgenden Schritten vor:

  1. Ein ausführliches Gespräch, um bestimmte Zusammenhänge zu erkennen (Anamnesegespräch)
  2. Eine eingehende klinische Untersuchung der Kopfhaut, Haare, und anderer Körperregionen
  3. Trichoskopie (Auflichtmikroskopie der Haarschäfte und Kopfhaut)
  4. Trichogramm (Haarwurzeluntersuchung), die in bestimmten Fällen hilfreich ist
  5. Hautbiopsie (Hautprobe) sollte die klinische Diagnose nicht eindeutig ist
  6. Blutuntersuchungen

Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach dem Erkrankungstyp. Nach einer gründlichen Diagnostik kommen unterschiedliche Behandlungen zum Einsatz.

Anlagebedingter Haarausfall: Das ist die häufigste Form von Haarausfall, die nicht nur bei Männern, sondern auch häufig bei Frauen auftritt. Selten kann diese Erkrankung sogar im Kindesalter auftreten. Auslöser ist das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Der anlagebedingte Haarausfall führt zur schrittweisen Verminderung der Haardichte und v.a. bei Männern häufig zur Glatzenbildung.

Kreisrunder Haarausfall/Alopecia areata: Sie haben eine oder mehrere runde haarlose Areale bemerkt. Was ist zu tun? Worum handelt es sich? Wie ist die Prognose? Ist der kreisrunde Haarausfall immer kreisrund? Können auch andere Organe wie Haut und Haare von der Erkrankung betroffen sein? Welche Therapien sind sinnvoll?

Der kreisrunde Haarausfall ist relativ häufig und betrifft Jung und Alt. Bei dieser Erkrankung ist eine genaue klinische Untersuchung sehr wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen. Es gibt einige Therapieformen, die bei diesem Haarausfall eingesetzt werden können, darunter z.B. die topische Immuntherapie mit Diphencyclopropenon (DCP).

Verstärkter Haarwechsel: Sie finden überall Haare – am Kopfpolster, in der Bürste, auf der Kleidung. Was ist passiert? Sollten Sie sich Sorgen machen, vielleicht etwas unternehmen?

Es gibt viele Gründe, die zu einem verstärkten Haarwechsel führen können. Wichtig ist es, Mangelerkrankungen oder zugrundeliegende allgemeinmedizinische Probleme auszuschließen.

Vernarbender Haarausfall: Sie haben eine oder mehrere kahle Stellen an der Kopfhaut entdeckt. Beim vernarbenden Haarausfall werden Haarwurzeln durch Narbengewebe ersetzt. Ein Haarnachwuchs ist an diesen Stellen nicht mehr möglich.
Eine rasche Abklärung, Diagnosestellung und Therapieeinleitung ist beim vernarbenden Haarausfall wichtig.

Haarschaftanomalien: Nicht immer liegt das Problem „Haarausfall“ an der Haarwurzel – manchmal handelt es sich um eine Wachstumsstörung des Haarschaftes. Diese Erkrankungen sind selten und sind vom Spezialisten zu untersuchen, denn die Haarschaftanomalie kann ein Symptom einer komplexeren genetischen Erkrankung sein.